Inklusionsforschung

Die schulische Bildung befindet sich in einem rasanten Wandel, denn Inklusion und Digitalisierung als gesamtgesellschaftlich anerkannte neue Rahmenbedingungen erfordern von den Lehrkräften Basiskompetenzen in der Realisierung der inklusiven, digitalen Welt in der Schule (Meier, Kremser, Finger, & Huwer, 2020).

Für den Chemieunterricht besteht die Herausforderung, die Strategie der Kultusministerkonferenz KMK (2016) zur „Bildung in der digitalen Welt“, deren cha-rakteristisches Merkmal die Verbindung der Inklusion – die Teilhabe Aller an Zugängen zur Bildung – und der Digitalisierung, integrativ zu verwirklichen. Dennoch lassen sich für den internationalen wie auch für den deutschsprachigen Raum kaum geeignete Modelle als Instrumente zur Planung von inklusivem Unterricht unter Einbindung digitaler Medien finden. Die Paradigmenwechsel für den Unterricht von exklusiv zu inklusiv und analog zu digital werden meist isoliert be-trachtet und selten in ihrer Gesamtheit bedacht, aber nur in der synthetischen Betrachtung dieser Aspekte kann der Inklusionsprozess optimiert werden (Muuß-Merholz, 2020). Naturwissenschaftliche Erkenntnisgewinnung durch Problemlösen bietet aber eine Möglichkeit, verschiedene Anforderungen eines inklusiven Chemieunterrichts zu berücksichtigen, wobei das Promotionsprojekt ausdrücklich auf dem weiter zu fassenden Begriff der Inklusion beruht.

Die Dissertation, die an der Humboldt-Universität zu Berlin im Institut für Didaktik und Lehr-/Lernforschung Chemie bei Prof. Tiemann entstanden ist, widmet sich demzufolge der Entwicklung und Validierung eines Modells für den inklusiven Chemieunterricht (MiC) und darauf aufbauend dem Transfer des Modells in eine praxisnahe, inklusive Lernumgebung unter Verwendung eines interaktiven Lernbuches.

Der MiC-Ansatz verbindet Theorie und Praxis und berücksichtigt gleichzeitig, wie von der KMK gefordert, die Digitalisierung.

Anhand des erfolgreichen Transfers des MiC-Ansatzes in eine inklusive, analog-digitale Lernumgebung konnte gezeigt werden, dass die drei Schritte des MiC-Ansatzes handhabbar und praktisch umsetzbar sind. Zugleich konnte die Eignung und das Potenzial des Multitouch-Learning-Books für den inklusiven Chemieunterricht nachgewiesen werden.

Die drei Schritte zur inklusiven Bildung im Chemieunterricht

Die Ebenen des Modells für den inklusiven Chemieunterricht in ausführlicher Form:

Das ausführliche Modell für den inklusiven Chemieunterricht

Die vollständige Dissertation ist über den Link http://edoc.hu-berlin.de/18452/25072 abrufbar.